Neue Perspektiven für Oberösterreichs Jugend
In OÖ sind mit 31. August 704 Lehrstellen sofort und 694 Lehrstellen kurzfristig verfügbar, das ist ein alleine beim AMS gemeldetes Potential von 1.398 Lehrstellen, von der Dunkelziffer offener Lehrstellen ganz zu schweigen. 1556 Jugendliche suchen aktuell noch eine Lehrstelle. Eigentlich paradox, dass trotz der noch vorhandenen Wolken am Konjunkturhimmel nach wie vor Lehrstellen unbesetzt sind,.
Gespräche mit ausbildungswilligen Betrieben aller Branchen und Größen geben folgendes Bild:
- Es fehlt an qualifizierten InteressentInnen vor allem an Berufen im Tourismus, der Bauwirtschaft und der Lebensmitteltechnik
- Jugendliche mit entsprechender Lehrvertragsreife (gute Kenntnisse in Mathematik, Englisch, Deutsch) sowie entsprechender sozialer Kompetenz können sich die Lehrstelle bis auf wenige Ausnahmen in Modeberufen aussuchen
Ein Phänomen der letzten Jahre kommt dazu: viele Jugendliche bringen zum Zeitpunkt der Lehrstellensuche jene Voraussetzungen einfach noch nicht mit, die erwarten ließen, dass sowohl der theoretische als auch der praktische Teil einer Lehre gemeistert werden kann – die Anforderungen in fast allen Lehrberufen sind gestiegen. Vermisst werden vor allem Mathematikkenntnisse und sinnerfassendes Lesen bzw. fallweise die notwendige soziale Kompetenz im Umgang mit KollegInnen, Kunden und Lieferanten.
Für diese Jugendlichen ist es einfach schwer, zu einer Lehrstelle zu kommen. Besonders die reinen Praktikertypen haben eher wenig Chancen, ihre Stärken zu beweisen, denn viele Ausbildungsbetriebe haben schlichtweg Angst, einen Fehlgriff zu tun und verzichten daher lieber auf die Ausbildung eines jungen Menschen.
Aber auch diese Jugendlichen haben eine Chance verdient – daher startet das Land OÖ – Wirstchaftslandesrat Viktor Sigl - das Projekt „Meine Lehre – meine Chance“ mit dem Ziel, Jugendlichen auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Chance zum Einstieg in eine Berufsausbildung und somit zum Start in eine erfolgreiche berufliche Karriere zu bieten:
Und so einfach und unbürokratisch funktionierts:
Ein persönlicher JobCoach des Jugendservice des Landes OÖ unterstützt den lehrstellensuchenden und ausbildungswilligen Jugendlichen bei der Suche nach einer Lehrstelle.
- Mittels einer Potenzialanalyse wird ein Stärkenprofil des Jugendlichen ausgearbeitet – aufbauend auf diesem Stärkenprofil unterstützt der persönliche JobCoach bei der Auswahl des Lehrberufes, der Erstellung von Bewerbungsunterlagen und der Suche nach einer passenden Lehrstelle.
- Während der Probezeit wird der junge Mensch im Rahmen seiner Arbeitszeit endgültig „lehrstellenfit“. Er baut mittels gezieltem Förderunterricht seine Kenntnisse und Fähigkeiten in jenen Bereichen aus, in denen schlichtweg Nachholbedarf besteht (zB. in Mathematik, Deutsch, sozialer Kompetenz).
Zielgruppe sind:
- Lernschwache PflichtschulabsolventInnen (4. Klasse Hauptschule, 3. Leistungsgruppe, Hauptgegenstände mindestens ein Genügend oder schlechter)
- Jugendliche ohne Pflichtschulabschluss
- Jugendliche, die ihre Lehrstelle verloren haben
- Personen mit sonstigen Einschränkungen nach den Bestimmungen des Behinderteneinstellungsgesetzes bzw. Landesbehindertengesetz
- AbgängerInnen allgemeiner Sonderschulen oder HS mit sonderpädag. Förderbedarf
- Jugendliche mit physischer bzw. Psychischer Einschränkung
- Jugendliche, die aus sonstigen in ihrer Qualifikation liegenden Gründenbei der Lehrstellensuche erfolglos blieben
Was muss der lehrstellensuchende Jugendliche tun?
einfach beim Jugendservice des Landes OÖ melden und die gebotenen Chancen nutzen.
Das Angebot des Landes OÖ an die oö. Wirtschaft:
Zahlreiche oö. Unternehmen suchen zwar Nachwuchs, haben aber aus durchaus nachvollziehbaren Gründen bis jetzt gezögert, Jugendliche aus oa. Zielgruppe auszubilden.
Bisher gemachte Erfahrungen zeigen, dass auch Jugendliche aus oa. Zielgruppe sehr wohl beweisen können, welches Potenzial in ihnen steckt und in Folge auch eine Lehre erfolgreich absolvieren , wenn UnternehmerInnen gerade aus kleineren und mittleren Betrieben ihre Skepsis überwinden und bewusst sagen: “ja, Du bekommst Deine Chance – steig bei uns ein”
Folgende Maßnahme soll diesen Effekt in OÖ verstärken:
- Unternehmen, welche Jugendlichen aus der oa. Zielgruppe eine Chance geben, bekommen während der gesetzlichen Probezeit die monatliche Bruttolehrlingsentschädigung ersetzt.
Einzige Bedingung : das Unternehmen ermöglicht dem Jugendlichen den Besuch von Förderunterricht während der Regelarbeitszeit im Mindestausmass von 8 Wochenstunden und finanziert diesen Förderunterricht vor.
In den nächsten Tagen werden MitarbeiterInnen des Regionalmanagement OÖ Betriebe kontaktieren und entsprechend informieren – selbstverständlich wird auf Anfrage persönlich direkt im Betrieb über die Förderaktion beraten – und das unverbindlich und kostenlos
Wichtig für Unternehmen:
vor Einstieg in diese Aktion des Landes OÖ den Firmenausbildungsverbund OÖ (FAVOÖ) kontaktieren. Der FAVOÖ – eine Initiative der oö Sozialpartner, finanziert vom Land OÖ, ist mit der finanziellen Abwicklung der Aktion betraut.
Die Kosten des Förderunterrichtes werden im Rahmen der Bundesförderung lehre.fördern bis zu einer Höhe von € 1.000,00 pro Lehrling unterstützt. Den entsprechenden Antrag stellt man bei der WKOÖ.
Dauer der Aktion und Budget:
Diese Aktion startet am 15. September 2009 – bis 31. März 2010 ist ein Einstieg möglich. Pro zukünftigem Lehrling ist ein Aufwand von etwa € 1.860,00 budgetiert.
Infos für die oö. Jugend:
JugendService des Landes OÖ
Bahnhofplatz 1
4021 Linz
Fon 0732 / 17 99
Fax 0732 / 77 20-216 330
Mail jugendservice(at)ooe.gv.at
http://www.jugendservice.at
Infos für oö. Ausbildungsbetriebe:
Firmenausbildungsverbund OÖ
Wienerstraße 150
4021 Linz
Fon: 0732 / 330734-0
Fax: 0732 / 330734-20
Mail office(at)favooe.at
http://www.favooe.at
Das Datenblatt des FAV OÖ finden Sie hier.
Die Presseinformation des Landes OÖ finden Sie hier,
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